Teamentwicklung: Ein Interview mit Maximilian Lehmann

Teamentwicklung ist wichtig für alle Unternehmer. Und Praxiserfahrungen machen manchmal mehr deutlich, was zu tun ist als graue Theorie. Deshalb darf ich Euch heute ein Interview mit Maximilian Lehmann, Cofounder von fainin vorstellen. Wir haben uns zusammengesetzt und Maximilian hat mir von seinen Erfahrungen erzählt. Wirklich spannend!
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Maximilian, vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Gespräch nimmst. Magst du uns kurz erzählen, was fainin macht und was deine Rolle als Co-Founder umfasst?
Gerne! fainin ist die Antwort auf Überkonsum und die Herausforderungen der Sharing Economy. Unsere Plattform macht es möglich, Alltagsgegenstände wie Technik oder Freizeitausrüstung sicher zu teilen oder zu leihen. Unser „Design-for-Trust“-Ansatz sorgt dafür, dass jeder Nutzer der fainin Plattform ID-verifiziert ist und jede Transaktion versichert wird.
Als CEO bin ich für die strategische Ausrichtung, Teambuilding und Business Development zuständig. Mein Fokus liegt darauf, die Plattform weiterzuentwickeln und fainin zu repräsentieren – sei es auf Messen, an Unis oder gegenüber Partnern im B2B und natürlich unser Team optimal aufzustellen, damit wir gemeinsam wachsen können.

Du hast Teamentwicklung erfolgreich in deinem Unternehmen vorangetrieben. Was hat dich ursprünglich dazu bewegt, diesem Thema besondere Aufmerksamkeit zu schenken?
Unser Team ist das Herzstück von fainin. In einem Startup ist es essentiell, dass alle an einem Strang ziehen und sich mit der Vision identifizieren. Gerade am Anfang arbeiten wir eng zusammen, treffen schnell Entscheidungen und müssen uns zu 100 % aufeinander verlassen können. Mir war von Anfang an klar: Wenn wir als Team nicht funktionieren, wird auch die beste Idee nicht erfolgreich. Daher bin ich auch super happy, eine so starke Vertrauensbasis in unserem Team zu haben, was es ermöglicht, Verantwortung aufzuteilen.

Wie definierst du persönlich „Teamentwicklung“? Was ist deiner Meinung nach der Schlüssel zu einem starken und funktionierenden Team?
Teamentwicklung bedeutet für mich, ein Umfeld zu schaffen, in dem jeder sein volles Potenzial entfalten kann. Dazu gehört Vertrauen, klare Kommunikation und eine gemeinsame Vision. Der Schlüssel ist, dass wir nicht nur Kollegen sind, sondern eine Gemeinschaft. Wir verbringen viel Zeit miteinander, also müssen wir auch Spaß haben und uns gegenseitig unterstützen.
Wie seid ihr bei der Einführung von Teamentwicklungsmaßnahmen in eurem Unternehmen vorgegangen? Gab es einen konkreten Plan oder habt ihr flexibel auf die Bedürfnisse eurer Teams reagiert?
Wir haben von Anfang an darauf geachtet, eine offene und vertrauensvolle Kultur aufzubauen. Vieles passiert organisch: Wir merken, was gebraucht wird, und passen uns an. Gleichzeitig haben wir bewusste Maßnahmen eingeführt, wie regelmäßiges Feedback und gemeinsame Events. So haben wir beispielsweise ganz bewusst eine Stimmungsabfrage in unser wöchentliches Treffen integriert, um einen Check Up zu haben und gegebenenfalls auf individuelle Bedürfnisse einzugehen oder Rücksicht nehmen zu können.
Gab es besondere Herausforderungen, denen ihr während des Teamentwicklungsprozesses begegnet seid? Wie habt ihr diese gemeistert?
Ja, klar! Während des Wachstumsprozesses verändern sich Dynamiken. Das bedeutet zum Einen, dass neue Leute ins Team dazukommen. Als Teamleader lernt man relativ schnell, dass der zwischenmenschliche Umgang sehr wichtig ist und es da keine “one-size-fits-all solution” gibt. Zum Anderen müssen natürlich mit Weiterentwicklung des Startups immer wieder Prozesse angepasst werden, Strukturen weitergedacht und Learnings in Strategien formuliert werden. Wir setzen dafür auf transparente Kommunikation und nehmen uns aktiv Zeit für den Teamzusammenhalt, das sollte nicht unterschätzt werden!
Außerdem haben wir zu dritt als beste Freunde gestartet. Da war natürlich die Chemie zwischen uns Mitgründern von Anfang an harmonisch – das galt es beim Wachstum des Teams beizubehalten. Daher haben wir uns von Anfang an mit dem Thema Teamentwicklung beschäftigt.

Welche Rolle spielen Führungskräfte in der Teamentwicklung bei fainin? Wie förderst du als Co-Founder den Teamgeist und die Zusammenarbeit
Führungskräfte setzen die Richtung und geben den Ton an. Bei fainin führen wir nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe. Ich sehe mich eher als Coach als als klassischen Chef. Ich möchte, dass alle sich einbringen und Verantwortung übernehmen. Als Führungskraft sehe ich mich in der Position, eine erfolgreiche Teamentwicklung sicherzustellen. Wie bereits erwähnt, ist der Spirit für mich ein wichtiges Thema – daran merkt man auch relativ schnell, ob jemand ins Team passt. Ich versuche stets positive Energie mit ins Office zu bringen, zu motivieren und zu inspirieren. Besonders wichtig ist, denke ich, dass alle verstehen, wofür sie gerade arbeiten und Feuer und Flamme sind, bestimmte Ziele zu erreichen. Die Zusammenarbeit ergibt sich in so einer frühen Phase eher automatisch, da die allermeisten Themen eng verwoben sind und zwangsläufig Kooperation erfordern. Unabhängig davon führt es oft aber auch einfach zu besseren Ergebnissen.
Kannst du ein Beispiel für eine konkrete Maßnahme oder Aktivität nennen, die bei euch besonders erfolgreich war, um Teams zusammenzubringen?
Eine besonders erfolgreiche Maßnahme zur Stärkung des Teamzusammenhalts war die Einführung eines wöchentlichen „All Hands Meetings“ jeden Montag. In diesem Meeting kommen alle Teams zusammen, um Updates zu geben, Herausforderungen zu besprechen und Erfolge zu teilen. Dadurch entsteht ein transparentes Arbeitsumfeld, in dem sich jeder über die Fortschritte in anderen Teams informieren kann und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl gefördert wird.
Zusätzlich haben wir positive Erfahrungen mit Workations gemacht – gemeinsamen Arbeitsaufenthalten an inspirierenden Orten. Diese haben nicht nur den Teamgeist gestärkt, sondern auch die Zusammenarbeit und Kreativität gefördert, indem sie eine entspannte, aber produktive Atmosphäre außerhalb des Büroalltags schufen.
Wie habt ihr den Erfolg eurer Teamentwicklungsmaßnahmen gemessen? Gibt es spezielle Indikatoren oder Kennzahlen, auf die ihr besoners achtet?
Wir messen Erfolg vor allem an der Zufriedenheit und dem Engagement im Team. Regelmäßiges Feedback, niedrige Fluktuation und eine starke interne Kommunikation sind gute Indikatoren.
Gibt es bestimmte Instrumente oder Methoden, die ihr für die Teamentwicklung bevorzugt? Wie haben sich diese in der Praxis bewährt?
Eine klare und transparente Struktur in der Projektorganisation hat sich als besonders wertvoll erwiesen. Wir setzen auf digitale Tools zur Projekt- und Aufgabenverwaltun in denen alle relevanten KPIs, Zuständigkeiten und Fortschritte dokumentiert werden. Dadurch ist jederzeit nachvollziehbar, wer an welchen Themen arbeitet, was nicht nur die Transparenz erhöht, sondern auch die Zusammenarbeit erleichtert.
Darüber hinaus setzen wir auf regelmäßige Feedbackrunden sowie 1:1-Gespräche zwischen Führungskräften und Teammitgliedern. Dies ermöglicht eine offene Kommunikation und stellt sicher, dass Herausforderungen frühzeitig erkannt und gelöst werden können. Auch interaktive Workshops und Teamevents haben sich als wertvolle Instrumente erwiesen, um die Zusammenarbeit und das Vertrauen innerhalb des Teams zu stärken.
In meinem Blogbeitrag zur Teamentwicklung habe ich nochmal tiefgehende Einblicke in unsere Strategien und Praktiken gegeben.
Wie haben sich eure Teamentwicklungsmaßnahmen auf die Unternehmenskultur ausgewirkt?
Unsere Teamentwicklungsmaßnahmen haben maßgeblich dazu beigetragen, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die von Zusammenhalt, Transparenz und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist. Eine unserer größten Stärken ist die enge, fast familiäre Zusammenarbeit innerhalb der Teams. Jeder Mitarbeitende fühlt sich gehört und geschätzt, was sich positiv auf die Motivation und das Engagement auswirkt.
Durch gezielte Maßnahmen können wir eine Atmosphäre schaffen, in der konstruktives Feedback willkommen ist und in der sich jeder aktiv einbringen kann. Dies führt nicht nur zu einer höheren Zufriedenheit, sondern auch zu einer stärkeren Identifikation mit den Unternehmenswerten und Zielen.
Wie wichtig ist Teamentwicklung für den langfristigen Erfolg von fainin? Welche spezifischen Auswirkungen auf Produktivität und Innovation konntet ihr beobachten?
Ein starkes Team ist essenziell für den langfristigen Erfolg von fainin. Ohne eine gute Teamkultur könnten weder nachhaltige Produktivität noch kontinuierliche Innovationen gewährleistet werden. Beispiel dafür ist unser Pivot von dem klassischen Peer-To-Peer Marktplatz www.fainin.com zur B2B-Lösung – hier haben wir aktiv mit dem Markt gesprochen und von unseren heutigen Partnern den Bedarf geäußert bekommen, dass wir unsere App auch als Mitarbeiter Benefit für Unternehmen anbieten.

Unsere Erfahrung zeigt, dass motivierte und gut abgestimmte Teams eine deutlich höhere Innovationskraft haben. Kreative Ideen entstehen nicht isoliert, sondern in einem Umfeld, in dem sich Mitarbeitende sicher fühlen, ihre Gedanken einzubringen, und in dem eine offene Feedbackkultur gefördert wird.
Darüber hinaus wirkt sich eine starke Teamentwicklung positiv auf die Effizienz aus: Klare Prozesse, eine gute Kommunikation und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit reduzieren Missverständnisse und optimieren den Workflow. Langfristig trägt dies dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit von fainin zu steigern und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen. Denn ein gutes Team und hohe Motivation sind natürlich der Schlüssel zu einer herausragenden Performance.
Das schönste Feedback ist, wenn neue Kollegen sagen, dass sie sich sofort willkommen fühlen. Das zeigt uns, dass unsere Kultur funktioniert. Wir haben aktuell sehr viele Praktikanten und da ist das Feedbackgespräch so etwa einen Monat nach dem Onboarding sehr interessant für uns. So erfahren wir aus erster Hand, erste Eindrücke der Unternehmenskultur und gegebenenfalls natürlich auch Optimierungsmöglichkeiten für die Zukunft.
Gibt es Unterschiede in der Teamentwicklung, je nach Abteilung oder Teamgröße?
Nun, da fainin noch ganz am Anfang steht, sind wir alle ein Team, praktisch eine Abteilung für alles. Da wird aktuell eher nach Personen und Verantwortungsbereichen differenziert.
Wie planst du, die Teamentwicklung bei fainin in den kommenden Jahren weiter zu fördern? Gibt es neue Trends oder Ansätze, die du verfolgen willst?
Ich sehe hybride und remote-Teams als wichtige Zukunftsthemen. Wir müssen sicherstellen, dass auch in einem flexibleren Arbeitsmodell der Teamgeist erhalten bleibt. Gerade im Moment haben wir unsere ersten Praktikantinnen, die auch remote arbeiten. Ansonsten arbeiten auch einige unserer Teammitglieder hybrid oder remote, was auch in der modernen Abreitswelt für mich nicht mehr wegzudenken ist, auch wenn ich den persönlichen Kontakt und die Zusammenarbeit in unserem Hamburger Office sehr schätze! Workation fällt da auch mit rein, denn ortabängig Arbeiten schafft Freiheiten und Möglichkeiten.
Abschließend: Welche Tipps würdest du anderen Geschäftsführern oder Führungskräften geben, die in ihren Unternehmen eine ähnliche Teamentwicklungsstrategie umsetzen möchten?
Authentisch bleiben! Kümmere Dich wirklich um dein Team, hör ihnen zu und schaffe ein Umfeld, in dem sich jeder einbringen kann. Mir ist es superwichtig, positive Energie zu liefern, zu motivieren und zu inspirieren. Das ist der Schlüssel zu echtem Erfolg.
Vielen Dank für das tolle Interview, Maximilian.
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